Tipps für Eltern

Medienpädagogisch- informationstechnische Beratung im Landkreis Main-Spessart

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Spielen, Zappen, Klicken – Fernsehen und Computer – und jetzt auch noch Web 2.0

Vorab:

1. Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihre Kinder, auch wenn Sie vielleicht manchmal nicht den Eindruck haben.

2. Von Ihnen erwarten Ihre Kinder auch, dass Sie Ihnen Grenzen setzen, von Ihnen erwarten sie (oft insgeheim und unbewusst) eine Orientierungshilfe.

Wenn Sie diese nicht bieten, suchen sie die Kinder woanders oder loten ihre eigenen Grenzen immer weiter aus, mit den extremen Ergebnissen, die wir ja leider kennen.

Konkret heißt das:

Interessieren Sie sich für die Tätigkeiten ihrer Kinder, lassen Sie sich in ihre Welt einführen. Egal, ob es sich dabei um Spiele handelt, um Internetseiten, um Handyclips und oder andere Freizeittätigkeiten.

Stichwort Fernsehen:

Tipps

- Kein Fernsehgerät im Kinderzimmer!

- Sehen Sie Fernsehen nicht als Elternersatz!

- Nutzen Sie gemeinsam das Angebot des Fernsehens!

- Geben Sie Regeln zum Fernsehkonsum und halten Sie sich daran!

- Vereinbarungen sind sinnvoller als Verbote!

- Holen Sie Informationen über Sendungen ein!

- Reden Sie mit Ihren Kindern über Medienerlebnisse!

- Meiden Sie Medienangebote, die Kinder und Jugendliche ängstigen oder verunsichern könnten!

- Suchen Sie gemeinsam mit den Kindern Sendungen aus und erklären Sie, warum manche gut und manche weniger gut sind!

Stichwort Handy/Mediaplayer:

Tipps

- Lassen Sie sich die Technik vorführen, kaufen Sie Ihren Kindern  keine Handys, die Sie nicht selbst technisch beherrschen.

- Falls doch: Arbeiten Sie sich in die Technik ein, kontrollieren Sie den Speicher der Handys, kontrollieren Sie die Abrechnungen. Auch diese Rahmenbedingungen bestimmen (und bezahlen) Sie!

- Zeigen sie „positive“ Nutzungsmöglichkeiten auf: Lassen Sie den Familienausflug filmen/fotografieren und als Film oder Fotoalbum der Verwandtschaft zeigen.

- Falls Sie problematisches Material entdecken, reden Sie mit Ihren Kindern darüber. Sprechen Sie über die Würde der abgebildeten Personen (Sex, Gewalt) und über strafrechtliche Belange.

- Geben Sie Ihren Kindern die Handys nur in wirklich dringenden Fällen in die Schule mit. Die Kinder können in der Schule notfalls jederzeit telefonieren und sie sind erreichbar!

Stichwort Computer

Ein genereller Hinweis: Das Hauptproblem, das sich nach der Ansicht vieler Medienwirkungsforscher durch die PC-Nutzung ergibt, ist nicht alleine ein höherer Aggressionsgrad, sondern die Verweildauer vor dem Bildschirm. Der PC ist ein Zeitgrab; wenn die Zeit dann noch mit einem sehr intensiven Spielerlebnis verbunden ist, so fällt es vielen Kindern schwer, ihre Aufgaben/ihr Leben im „wirklichen“ Leben wahrzunehmen.

Worauf Sie achten können:

- Wirkt ihr Kind übermüdet und abgespannt? (rote Augen, Gereiztheit, Müdigkeit)

- Gibt es diesbezüglich Rückmeldungen aus der Schule?

- Verlässt Ihr Kind das Zimmer kaum noch?

Wenn dies so ist, suchen Sie das Gespräch! Lassen Sie sich erzählen und zeigen, was ihn/sie so fesselt. Zeigen Sie (zunächst) Verständnis!

Stichwort Internet

Tipps

- Legen Sie Internet- bzw. PC-Zeiten fest!

- Verlegen Sie den „Internet-Ort“ in einen gemeinschaftlich genutzten Raum! Das bestimmen und bezahlen SIE!

- Im Verlauf (History) Ihres Internet-Browsers können Sie nachvollziehen, auf welchen Seiten sich Ihr Kind bewegt hat (wenn er nicht gelöscht wurde).

- Stellen Sie Regeln auf. Hier etwa: Wenn du den Verlauf löscht, dann wird es morgen nichts mit „free-surfing“.

- Denken Sie über Schutzprogramme nach! (Provider bieten Kinderschutzsoftware an; oder www.internetfilterplus.de)

- Zeigen Sie Alternativen auf. Zu jedem Thema, das Ihr Kind bewegt, gibt es sehenswerte Internetportale – man muss nur danach suchen. Auch das liegt in Ihrer Verantwortung. Sie würden Ihren Kindern ja auch keine vor Gewalt triefenden oder pornografischen Bücher schenken!

- Lassen Sie sich die Mitgliedsseiten ihres Kindes zeigen.

- Sprechen Sie über das Auftreten in der Internet- „Öffentlichkeit“!

- Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Gefahren des Internets, darüber, dass Fotos im Netz sehr schnell  Begehrlichkeiten von Personen wecken können, die mehr als ein normales Interesse haben (Stichwort Pädophilie).

-Persönliche Gästebücher (Guestbooks) mit ihren Fotogalerien zum Beispiel sind meist öffentlich zugänglich. Eine Anmeldung ist bei vielen Plattformen für einen interessierten Straftäter kein Problem, eine funktionierende E-Mail-Adresse ist zunächst die einzige Hürde.

Stichwort Computerspiele:

Viele der heute beliebten PC-Spiele werden online gespielt, sind auf Servern (kostenpflichtig!) organisiert (zum Beispiel „World Of Warcraft“ oder „Counterstrike“) und sind wegen der weltweiten Vernetzung und der Möglichkeit, mit Freunden private Spiele über das Internet zu spielen, sehr attraktiv. Auch im so genannten Single-Player-Modus sind diese Spiele fordernd und faszinierend. Besonders die actionlastigen Spiele üben einen großen Reiz – vor allem auf Jungen – aus.

Tipps

- Lassen Sie sich darauf ein, spielen Sie mit, lassen Sie sich von Ihrem Kind alles zeigen! So werden Sie als gleichwertiger Partner ernst genommen und finden bei problematischen Inhalten auch Zugang zu Ihren Kindern.

- Klären Sie Ihre Kinder über gesetzliche Bestimmungen auf:

1. Altersfreigaben der USK

2. Thema Raubkopien (Die Spiele sind sehr teuer. Wenn Ihr

   Kind also über Tage ein Spiel spielt, lassen Sie sich das

   Spiel zeigen (auch den Datenträger), prüfen Sie, ob es

   eine Kopie ist, ob es altersgemäß ist, usw...)